Die Zukunft gemeinsam gestalten und dabei Traditionen bewahren

Die Volksbank eG, Warendorf und die Volksbank im Ostmünsterland eG verbindet vieles: Regionale Verantwortung, genossenschaftliches Werteverständnis und eine intensive Mitglieder- und Kundenbindung. Zum 1. Januar 2019 werden beide Institute die bereits im Mai dieses Jahres beschlossene Fusion umsetzen. Im Interview sprechen Rolf Weishaupt, Vorstandsvorsitzender der Volksbank eG und Norbert Eickholt, Vorstand der Volksbank im Ostmünsterland eG, unter anderem darüber, was Mitglieder und Kunden von der neuen Bank erwarten dürfen und welche Vorteile die Fusion für die Region mit sich bringen wird.

Zum gemeinsamen Interview trafen sich die Vorstände Rolf Weishaupt (rechts) und Norbert Eickholt (links).

Die zwei regionalen Volksbanken fusionieren zum 1. Januar 2019. Wie ist der aktuelle Stand der Vorbereitungen?

Rolf Weishaupt: „Wir liegen gut in unserem angedachten Zeitfenster. Für alle Bereiche haben wir aktuell Projektgruppen gebildet, die mit Mitarbeitern beider Häuser besetzt sind. In den Gruppen wurden gemeinsame Checklisten und Aufgaben zu verschiedenen Themen erarbeitet. Wichtige Themen dabei sind u. a. auch die Vereinheitlichung der Kontomodelle im Privat- und Firmenkundenbereich, die bereits Anfang 2019 umgesetzt werden sollen. Die technische Fusion – das bedeutet die Zusammenführung der Datenbestände beider Volksbanken und die Einrichtung einer gemeinsamen und einheitlichen technischen Basis – wird in Abstimmung mit unserem Rechenzentrum voraussichtlich im IV. Quartal 2019 erfolgen.“

Was müssen die Kunden bis zur technischen Fusion beachten? Bleiben Karten (VR-BankCard/ Kreditkarten) weiterhin gültig?

Norbert Eickholt: „Alle Karten bleiben gültig. Für die Kunden der Volksbank eG, Warendorf ändert sich nichts. Auch bei der Volksbank im Ostmünsterland behält grundsätzlich jeder Kunde seine VR-BankCard oder seine Kreditkarte bis zum Gültigkeitszeitraum. Diesen findet man auf der jeweiligen Karte. Da aber ab der technischen Fusion (etwa November 2019) für alle Kunden die einheitliche Bankleitzahl 412 625 01 (der Volksbank eG) und die BIC (Bank Identifier Code) GENODEM1AHL gelten, werden wir rechtzeitig zum Jahreswechsel 2019/2020 sämtliche VR-BankCards unserer Kunden (der Volksbank im Ostmünsterland) austauschen. Alle bestehenden Verträge, die Kunden mit der Volksbank im Ostmünsterland rechtsverbindlich abgeschlossen haben, gehen in ihrer Wirkung 1:1 auf die Volksbank eG über. Kunden, die aktuell bei beiden Häusern Konten unterhalten, werden über Ihren persönlichen Ansprechpartner kontaktiert, um die Zusammenführung zu besprechen.“

Wo liegen eigentlich Synergieeffekte und die Vorteile der Fusion?

Rolf Weishaupt: „Viele Kosten fallen in einem gemeinsamen Institut zukünftig nur einmal an. Das neue Haus benötigt nur eine Personalabteilung und auch nur eine Revision. Das gilt natürlich auch für die Kosten der gesetzlichen Prüfung und deren Vorbereitung. Was aber am Wichtigsten sein wird, sind nicht die Kosten allein, sondern unsere Nähe zu unseren Mitgliedern und Kunden. Diese werden wir weiterhin aufrechterhalten. Dazu kommt insbesondere, dass die Kunden der Volksbank im Ostmünsterland durch die in der Volksbank eG bereits vorhandenen Spezialisten im Wertpapierbereich (z. B. Aktien), Außenhandel, elektronische Bankdienstleistungen u. a. profitieren können. Das Leistungsangebot inklusive Qualität ist daher größer. In einem größeren Haus sind Spezialisierungen im Kundeninteresse, aber auch im Interesse der Mitarbeiter möglich.“

Norbert Eickholt: „Hierzu ergänze ich für unsere Gewerbe- und Firmenkunden gern mit dem Hinweis, dass die Volksbank eG bereits über spezielles Experten-Know How in einigen Bereichen verfügt, von dem auch die Firmenkunden im Geschäftsgebiet der Volksbank im Ostmünsterland dann profitieren können.“

Was ändert sich für die Mitglieder und Kunden und was dürfen sie von der neuen Bank erwarten?

Norbert Eickholt: „Unser Ziel ist, dass für unsere Mitglieder und Kunden im Tagesgeschäft und in der Zusammenarbeit alles bleibt wie gehabt. Für beide Häuser ist das persönliche Gespräch mit den Menschen von ganz zentraler Bedeutung. Im Service und in der Genossenschaftlichen Beratung werden die Ziele und Wünsche unserer Kunden weiterhin in den Mittelpunkt gestellt. Daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern.“

Welche Veränderungen wird es bei den Geschäftsstellen geben?

Rolf Weishaupt: „Die Geschäftsgebiete beider Häuser überschneiden sich nicht. Ganz im Gegenteil ergänzen wir uns auch dort sehr gut. Aktuell sind daher auch keine fusionsbedingten Veränderungen an unseren Geschäftsstellen angedacht. Beide Häuser sind bereits heute zukunftsfähig aufgestellt. Die neue Volksbank wird 19 Geschäftsstellen und 8 SB-Standorte in der Region unterhalten. Dort werden rund 60.000 Mitglieder und 109.000 Kunden von insgesamt 350 Mitarbeitern betreut. Im breiten Privatkundengeschäft bleiben die persönlichen Ansprechpartner sowohl im Kundenservice als auch in der Kundenberatung in der Regel bestehen, da persönliche Beziehungen für uns eine wichtige Rolle spielen und insbesondere auch im Interesse der Kunden sind. Allerdings können wir heute nicht ausschließen, dass neue Aufgabenstellungen für einzelne Mitarbeiter im Einzelfall auch zu neuen Ansprechpartnern für unsere Kunden führen können.“

Wie sehen die Perspektiven der Mitarbeiter aus?

Norbert Eickholt: „Unsere Belegschaft hat den Vorteil erkannt, dass durch die Fusion ein Arbeitgeber entsteht, der langfristig sichere und attraktive Arbeitsplätze garantiert. Im neuen Haus gibt es für die dann rund 350 Mitarbeiter viele Karrierechancen. Denjenigen, die sich spezialisieren möchten, können wir zukünftig ganz andere Angebote machen als bisher. Gerade auch für unseren Banker-Nachwuchs werden wir ein attraktiver Ausbildungsbetrieb sein, der dauerhaft qualifizierte Ausbildungsplätze anbietet und anschließend Berufsperspektiven hier in der regionalen Bank aufzeigen und bieten kann.“

Die Vorstände Meinhard Deppe, Martin Weber und Thomas Schmidt (von links) schnitten beim Mitarbeiter-Kennenlernfest Anfang Juli gemeinsam symbolisch eine „Hochzeitstorte“ an.