Nach Rock nun Klassik am Schacht

„Symphonische Spielzeiteröffnung“ der Kulturgesellschaft in der Lohnhalle / Einführung vor dem Konzert

-chf- Ahlen - Klassik am Schacht: „Diese Auftaktveranstaltung ist etwas ganz Besonderes,“ betonten nicht nur Geschäftsführerin Michaela Mormann und Christoph Wessels als Fachbereichsleiter Kultur bei der Vorstellung der „Symphonischen Spielzeiteröffnung“ der Kulturgesellschaft der Stadt Ahlen. Das Pressegespräch dazu fand am Donnerstagnachmittag in der Lohnhalle statt – und damit am außergewöhnlichen Veranstaltungsort, wo das Konzert der „EinKlang-Philharmonie für Alle“ am Donnerstag, 22. September, möglichst viele Menschen von Jung bis Alt erreichen will. Auch diejenigen, die sonst nicht unbedingt Klassik hören.
Schließlich ist es Anspruch der rund 45 Profi-Musiker des vor fünf Jahren um Dirigent Joachim Harder gegründeten symphonischen Ensembles aus Münster, sowohl Klassik-Kenner als auch solche, die sogenannte „Ernste Musik“ bisher vielleicht sogar für „spießig“ hielten, mit bekannten Werken in Kombination mit Stücken aus dem 20. und 21. Jahrhundert an besonderen Orten neu zu begeistern.
Schon oft habe die „EinKlang-Philharmonie für Alle“ an ungewöhnlichen Orten konzertiert, unterstrich Orchestermanagerin Lisa Bröker-Jambor. Etwa in Clubs oder ehemaligen Fabrikhallen: „Die Konzerträume sollen nahe an den Menschen sein.“ Wie nun auch in der Lohnhalle, wo in knapp vier Wochen neben der bekannten „Dritten Sinfonie“ Felix Mendelssohn Bartholdys – der „Schottischen“ – unter anderem auch das jazzig anmutende zeitgenössische Trompetenkonzert des Schweizers Daniel Schnyder im abwechslungsreichen Programm zwischen Klassik, Spätromantik und Post-Moderne erklingen wird.
„Alle sind schon auf den Sound gespannt“, meinte indes Hermann Huerkamp als Leiter der Projektgesellschaft Westfalen und somit Kooperationspartner der Kulturgesellschaft. Der Klang sei immer wieder eine Herausforderung im restaurierten Industriegebäude, in dem schon zahlreiche Konzerte, angefangen von Götz Alsmann bis zu Brian Auger und immer wieder „Rock am Schacht“, stattgefunden haben. Die „EinKlang-Philharmonie für Alle“ wird freilich ohne elektronische Verstärkung spielen. Die Bühnenfläche werde für die Klassik-Premiere in der Lohnhalle von den üblichen 24 Qua­dratmetern auf 72 vergrößert, damit das Orchester Platz findet, so Huerkamp. Überdies böte die bestuhlte Halle für mindestens 300 Zuschauer Raum.
Moderate und zielgruppenorientierte Eintrittspreise zwischen den regulären 18 Euro bis zu fünf Euro für Schüler habe die Unterstützung der  Volksbank Ahlen ermöglicht, bedankten sich die Veranstalter. Martin Weber und Michael Vorderbrüggen als Sponsorenvertreter erklärten, die Projektidee habe ihre Neugier bereits vor einem Jahr geweckt. Die Lohnhalle sei eine außergewöhnliche „Location“, denn es sei schon etwas Besonderes, ein Klassik-Konzert auf der ehemaligen Zeche „Westfalen“ erleben zu können.
Allemal eine Besonderheit und ganz im Unterschied zur gängigen E-Musik: „Man kann mit dem Dirigenten schon vor dem Konzert sprechen“, kündigte Lisa Bröker-Jambor an. Für Interessierte soll nämlich vor der Klassik-Darbietung am Schacht ab 19 Uhr eine Konzerteinführung angeboten werden, zu der man sich nicht anmelden muss. Anhand von Musikbeispielen würden Moderator Dr. Michael Custodis, Trompeten-Solist Peter Monkediek und Dirigent Jochen Harder anschaulich auf das Programm vorbereiten, so Bröker-Jambor.
Detaillierte Informationen, auch über das gesamte Programm der kommenden Spielzeit der Kulturgesellschaft, sind neben den vielerorts ausgelegten Flugblättern ebenso über das Internet abrufbar.

 | kulturgesellschaft-ahlen.de

Quelle: Westfälische Nachrichten vom 27.08.2016