Orchester und Solisten gut aufgelegt

Konzert „Jubilate Deo“ zum 60-jährigen Bestehen der Kirche St. Josef begeistert

-Max Babeliowsky- Warendorf - Besucher und Musiker waren gleichermaßen vom Konzert „Jubilate Deo“ begeistert. Der Kirchenchor St. Josef und die Freunde der Musik St. Josef spielten am Freitag in der Josefkirche aus Anlass des 60-jährigen Bestehens des Gotteshauses. Unter der Gesamtleitung von Christiane Timphaus wurde ein sehr vielfältiges Programm präsentiert, zu dem Pfarrer Peter Lenfers feststellte, dass es gelte, an diesem Tage das geistige Werk, den Organismus, und weniger die Steine der Kirche zu feiern.
Besonders hervorzuheben ist, dass für das von der Sparkasse Münsterland-Ost Warendorf und der  Volksbank Warendorf unterstützte Konzert mehrere Mitwirkende gewonnen werden konnten, die einst Mitglied im Chor waren, hier ihre musikalische Grundausbildung von Christiane Timphaus erhalten hatten oder in der damaligen Kirchengemeinde St. Josef erste Berührung mit Instrumenten bekamen und sich hervorragend weiterentwickelt haben.
Neben dem gut aufgelegten großen Orchester der Musikfreunde St. Josef kam zu Beginn und kurz vor Schluss die Orgel solistisch zur Geltung. Das frühere Chormitglied Alexander Töpper bewies sein außergewöhnliches Können mit dem Vortrag der Toccata und Fuge D-Dur von Max Reger und der Choral Prelude Schmücke dich, o liebe Seele, von Johann Sebastian Bach.
Claudia Lawong, geborene Schulze Althoff, glänzte mit einem Sologesang in der an diesem Abend zur Uraufführung gelangten Kantate zum Psalm 24 für Chor, Solo-Sopran und Orchester nach einer Übersetzung von Diethard Zils. Der Telgter Kirchenmusiker Gregor Westkemper (Jahrgang 1946) hatte sie 2015 eigens für dieses Weihejubiläum der Josefkirche komponiert. Die Aufführung kann als das konzertante Höhepunkt des Abends gewertet werden und stellte an Chor, Orchester und die Solistin besondere Anforderungen. Gregor Westkemper war beim Konzert anwesend und zeigte sich von der Umsetzung seines Werkes begeistert.
Mit dem antiphonen (entgegentönenden) polytonalen (mehrere Tonarten überlagernden) Stück Fanfare for St. Edmundsbury von Benjamin Britten hatten die drei jungen Trompeter, Gemeindemitglieder Lukas Gausepohl, Philipp Seidel und Oliver Seidel einen sehr anerkannten Auftritt.
Der Chor selbst bewegte sich mit der Motette Exsultate Domino von Johann Crüger, dem Lobgesang von Martin G. Schneider (mit Soloparts von Eva Seidel und Silvia Metker), dem Magnificat von Antonio Vivaldi mit Begleitung des großartigen Orchesters (und Soloparts von Elke Blienert, Anne Schulze –Westhoff, Gundula Dambacher und Markus Schräder) auf dem gewohnt ansprechenden hohen Niveau.
Um den Jubiläumsgrund, 60 Jahre Josefkirche, zu betonen, erfolgte zwischendurch eine Diapräsentation, zu der Prof. Dr. Paul Leidinger, Paul Gaida und das Kreisarchiv sehenswerte Fotos vom Aufbau, der Einweihung und weiteren Nutzung des Kirchengebäudes beigetragen haben.
Neben den namentlich erwähnten Personen wirkten beim Konzert nachfolgend genannte Orchestermitglieder mit. Violine: Maike Nüßing, Anna Katharina Kaempf, Carina Schlüppmann, Mona Veit, Prof. Dr. Eckhard Stüber, Lisa Mertensmeier, Miriam Stüber; Viola: Josef Muth, Karla Röhnelt; Cello: Waltraud Muth, Monika Hollmann; Kontrabass: Martin Heil; Flöte: Monika Haffner; Klarinette: Prof. Dr. Christoph Seiler; Oboe: Mona Knab; Fagott: Tanja Naujokat; Continuo: Mechthild Scholz.

Quelle: Westfälische Nachrichten vom 20.06.2016