Wochenende

Ursprung des Markts liegt 40 Jahre zurück

Ennigerloh (dis). Zwei Erdbeben zerstörten im Jahr 1976 die kleine italienische Stadt Venzone in der Region Friaul. Mehr als 500 Häuser wurden bei den schweren Beben zerstört. „Vier Jahre später ließ die Hilfsbereitschaft für die schwer geschädigte Stadt nach. Engagierte Ennigerloher Bürger wollten helfen und riefen einen sozialen Weihnachtsmarkt ins Leben“, erinnerte sich Willi Voges, einer derjenigen, die den Ennigerloher Weihnachtsmarkt vor 40 Jahren ins Leben gerufen haben.

Was der heute 75-Jährige damals wohl nicht ahnte war, dass er sich 20 Jahre lang für den guten Zweck an verantwortlicher Stelle engagieren würde. Viele hätten sich für den Erfolg des sozialen Weihnachtsmarkts eingesetzt. Darum habe er die Ehrenplakette der Stadt Ennigerloh für seine langjährigen Verdienste als Organisator stellvertretend für alle entgegengenommen, die sich engagiert hatten, betont er.

Der erste Weihnachtsmarkt fand 1980 auf dem Ennigerloher Rathausplatz statt. Schon die erste Auflage war gut besucht. „Die Besucher ließen sich auch nicht von der lausigen Kälte abhalten. Ganz im Gegenteil. Mit Glühwein wurde die Kälte bekämpft und nebenbei klingelte es in der Kasse für den guten Zweck“, sagt Voges mit einem Lächeln.

Die Ennigerloher Werbe- und Interessengemeinschaft (Ewi) war von Beginn an mit im Boot und ermöglicht bis heute eine Weihnachtstombola. Auch von außerhalb kamen Spenden. So verzichtete ein Kegelverein auf seine eigene Weihnachtsfeier und spendete damals 500 D-Mark. Diese Spende trug mit dazu bei, dass beim Weihnachtsmarkt insgesamt eine Summe von 11 500 D-Mark erbracht hat. Noch heute ruft der Ennigerloher Weihnachtsmarkt jedes Jahr Spender auf den Plan. So garantiert zum Beispiel die Sparkasse Münsterland Ost, dass sich die Kinder auf dem Karussell vergnügen können. Die Volksbank finanziert das bunte Bühnenprogramm.

Der Ennigerloher Weihnachtsmarkt ist laut Voges aufgrund seiner besonderen Atmosphäre, seinem Zauber und seiner Gemütlichkeit zu einem Höhepunkt der vorweihnachtlichen Zeit geworden. Der damalige Bürgermeister Walter Tillmann hatte einst über die Veranstaltung gesagt: „Ohne diesen Weihnachtsmarkt wäre unsere Weihnacht in Ennigerloh sicher ein wenig ärmer.“

Auch vier Jahrzehnte später ist der Ennigerloher Weihnachtsmarkt auf dem Marktplatz ein Anziehungspunkt für viele Besucher.