Potenzial-Analyse

Schon vor dem Abitur an die Zeit danach denken

Von unserem Redaktionsmitglied Till Junker

Oelde (gl). Was sind meine Stärken, was meine Schwächen? Wie schätze ich mich selber ein, und welchen Beruf möchte ich später eigentlich ergreifen? Diese Fragen haben sich 25 Oberstufenschüler des Oelder Thomas-Morus-Gymnasiums (TMG) im Rahmen einer Schüler-Potenzial-Analyse in der Hauptstelle der Volksbank eG gestellt.

Viele Jugendliche hätten auf diese Fragen keine Antworten oder falsche Vorstellungen von den Berufen, die sie erlernen möchten, erklärte Lutz Thimm, Leiter des Instituts für Bildungs- und Karriereberatung und gab ein Beispiel. Schüler, die etwa Tierarzt werden möchten, hätten oft die Vorstellung, sie würden nur kuschelige Tiere behandeln. „Dass 80 Prozent der Veterinärmediziner in Schlachthöfen arbeiten, wissen sie nicht“, sagte er.

Die Jugendlichen reduzierten sich oft auf den Mikrokosmos Schule mit dem Ziel Abitur. Nur was kommt danach? Sich schon in der Schulzeit damit zu beschäftigen und sich zu informieren, sei wichtig. Denn je länger die Schüler warteten, desto kleiner werde das Zeitfenster zwischen Schulabschluss, Ausbildung und Studium. Schüler, die sich schon jetzt Gedanken über die Zeit nach dem Abitur machten, seien die Ausnahme, betonte Thimm. Mit seiner Analyse, die aus verschiedenen Spielen, Aufgaben Diskussionsrunden und Tests besteht, wolle er die Jugendlichen sensibilisieren, an die Zeit nach der Schule zu denken.

Der externe Blick auf die Schüler ist dabei von zentraler Bedeutung. Denn den könne das TMG nicht leisten, sagte Schulleiter Dr.  Philipp Hermeier. Ihn überzeuge an der Analyse, dass die teilnehmenden Schüler, sich bewusst dazu entschieden hätten. Dazu gehören auch Hausaufgaben.

In den kommenden Wochen sollen sie sich auf bestimmten Internetseiten über ihre angestrebten Berufe informieren. Das dauert zwischen drei und fünf Stunden. Wenn jemand länger braucht, ist er Thimm zufolge tief eingetaucht und hochgradig interessiert. Bis zu ihrem Abitur 2017 können sich die Schüler mit ihren Fragen an das Institut wenden.

Die Volksbank eG sponsert die Analyse mit 50 Euro pro Schüler. Weitere 50 Euro sind Eigenanteil, 19 Euro pro Teilnehmer übernimmt der TMG-Förderverein.